|
Mönchsgeier Aegypius monachus
Mönchsgeier tragen eine Halskrause aus Federn, die an den Kragen einer Mönchskutte aus früherer Zeit erinnert. Deshalb werden sie manchmal auch Kuttengeier genannt.
Lebenserwartung Genau ist nicht bekannt, wie alt Mönchsgeier werden können. Vermutlich können sie aber mehrere Jahrzehnte alt werden. Die nah mit ihnen verwandten Gänsegeier sollen angeblich in Ausnahmefällen ein Alter von bis zu 100 Jahren erreichen
Lebensraum Mönchsgeier leben vor allem in hoch gelegenen Steppen und Halbwüsten. Weil sie ihre Nester auf Bäumen bauen, suchen sie sich Regionen, in denen es Wälder gibt. Mönchsgeier kommen aber auch hoch oben im Gebirge vor, so zum Beispiel in Tibet bis in 4500 Meter Höhe.
Heimat Mönchsgeier sind sehr seltene Vögel. Sie sind in den Mittelmeerländern sowie in West- und Innerasien zuhause. Früher gab es sie auch in Nordafrika und vor allem in Marokko, doch dort sind sie heute, weil viele Wälder abgeholzt wurden und die Mönchsgeier keine geeigneten Lebensräume mehr finden, fast ganz vom Ohrengeier verdrängt worden, der ihnen sehr ähnlich ist. In ganz seltenen Fällen haben sich Mönchsgeier auch schon mal über die Alpen bis nach Mitteleuropa verirrt.
Aussehen Mönchsgeier gehören zu den so genannten Altweltgeiern und haben das typische Aussehen der Geier: Die dichte Federkrause um ihren Hals schützt sie vor Kälte und Wind. Ihr dichtes Untergefieder aus Dunenfedern sorgt dafür, dass sie sogar extreme Kälte aushalten können. Das Gefieder über den Dunen ist so einfarbig dunkelbraun, dass es fast schwarz wirkt. Der Schwanz ist keilförmig und der Schnabel groß und klobig. Mönchsgeier werden 100 bis 110 Zentimeter groß, haben eine Flügelspannweite zwischen 250 und 295 Zentimeter und bringen zwischen acht und vierzehn Kilogramm auf die Waage. Damit sind Mönchsgeier die größten Altweltgeier. Männchen und Weibchen sehen gleich aus.
Freunde und Feinde Mönchsgeier sind so kräftig, dass sie keine natürlichen Feinde haben. Bedroht werden sie vor allem dadurch, dass ihr Lebensraum zerstört wird und dass sie beim Brüten und bei der Aufzucht der Jungen am Nest gestört werden.
Alltag Mönchsgeier sind eher Einzelgänger und ziemlich scheu und unverträglich. Man trifft sie höchstens an Futterplätzen in kleinen Gruppen von drei bis fünf Tieren. Dort verteidigen sie mit Schnabelhieben und Schlägen ihrer Flügel ihre Beute gegen andere hungrige Greifvögel wie Bartgeier, Gänsegeier oder Steinadler.
Nachwuchs Mönchsgeier brüten von Februar bis April. Ihr Nest bauen sie hoch oben in Bäumen und nutzen es von Jahr zu Jahr immer wieder. Und weil das Nest jedes Jahr ausgebessert wird, wird es mit der Zeit immer höher: Es kann schließlich eine Höhe von einem Meter und einen Durchmesser von zwei Metern erreichen. Mönchsgeierpaare leben in lebenslanger Einehe und brüten immer nur ein Ei aus. Es ist meistens weiß, manchmal aber rötlich gefleckt. Die Brutzeit dauert 50 Tage, und Männchen und Weibchen wechseln sich beim Brüten ab. Die geschlüpften Jungen werden von beiden Eltern mit Fleischstücken gefüttert, die sie aus ihrem Kropf würgen. Auch das Wasser bringen die Eltern im Schnabel zum Nest. Junge Mönchsgeier brauchen ziemlich lange, bis sie selbstständig werden: Sie bleiben nach dem Schlüpfen noch etwa vier Monate im Nest. Anschließend lernen sie selbst zu jagen. Geschlechtsreif werden sie erst mit fünf bis sechs Jahren. Mönchsgeier haben auch deswegen so wenig Nachwuchs, weil sie nicht in jedem Jahr brüten.
|